Wir befinden uns in diesen Jahren auf dem Höhepunkt der geburtenstarken Jahrgänge!
Babyboomer- das sind wir, die wir in den Jahrgängen 1955-1965 geboren wurden.

Ein Teil ist bereits im Rentenalter, ein weitaus größerer Teil folgt noch in den nächsten Jahren.
Bereits heute (und wir haben den Höhepunkt noch lange nicht erreicht) besteht ein erhebliches Defizit allein im Bereich des Pflegepersonals. Händeringend werden Fachkräfte gesucht, bessere Entlohnung in Aussicht gestellt usw.

Ein Problem, das scheinbar bei allen Planungen übersehen wird, ist folgendes:
Das System der Großfamilie existiert nur noch in Ausnahmefällen. Heutzutage ist man Single, die Kinder leben oft über den ganzen Erdball verstreut, der nachbarschaftliche Zusammenhalt hält auch keinem Vergleich zu früheren Jahren stand.

Der vielzitierte demografische Wandel hat bereits Einzug gehalten. Die Zahl der Senioren steigt seit Jahren. Es muss sich die Frage stellen: Wer kümmert sich um diese Menschen?
Glücklicherweise wird nicht jeder ältere Mensch zum Pflegefall. Dennoch wird es in einem fortgeschrittenen Lebensalter deutlich mühsamer, den Alltag zu meistern.
Hier sind oftmals kleine Handreichungen und Hilfestellungen ausreichend, damit ein Betroffener dennoch selbstbestimmt und in Würde den Herbst des Lebens noch genießen kann.
Unserer festen Überzeugung nach wird es nur möglich sein, wenn sich an vielen Orten Lebensgemeinschaften zusammenfinden, in denen gegenseitige Hilfe und Unterstützung gegeben und angeboten wird.

Mit diesem Gedanken haben wir weder „den Stein der Weisen“ gefunden, noch das „Rad neu erfunden“. Es entstehen immer wieder Lebensgemeinschaften, die genau dieses Ziel verfolgen.
Leider gibt es davon noch viel zu wenige und oft genug werden Erwartungen an die Bewohner gestellt, die nicht von allen Menschen geteilt werden. Vegane oder vegetarische Ernährung, Religionszugehörigkeit, esoterische Praktiken, schamanische Trommelrituale usw. sind nicht jedermanns Sache.
Unsere Zielsetzung geht lediglich in die Richtung:

Jeder kann nach seiner Fasson selig werden, sofern er/sie die anderen Bewohner der Gemeinschaft nicht stört oder gar einschränkt. Dazu braucht es lediglich Toleranz, Respekt und Rücksichtnahme.

Unsere Vision geht noch einen Schritt weiter: Wir selbst sind zum Großteil Tierhalter und können uns nicht vorstellen, unser Haustier abzugeben. Deshalb richten wir unser Angebot auch an Senioren mit Haustier.

Wir sprechen auch tierliebe Menschen an, die sich bereit erklären, im Bedarfsfall mal mit dem Hund des Nachbarn Gassi zu gehen, mit der Nachbarskatze zu spielen, wenn Herrchen oder Frauchen mal nen schlechten Tag haben sollten, oder durch eine Erkrankung die Versorgung ihres Vierbeiners vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr leisten können.

Im Idealfall sind die Menschen, die wir von unserer Idee begeistern wollen, im Alter zwischen 60 und 70 Jahren. Es werden Freundschaften entstehen und jede Freundschaft benötigt Zeit zum Reifen.

November 4, 2018